Yoni Massage

Yoni ist das Sanskrit Wort für die weiblichen Sexorgane und wird meistens als “heiliger Ort” oder “heiliger Tempel” übersetzt.
Die Yoni wird deshalb als so heilig bezeichnet, weil sie der Körperteil ist, der kostbares Leben gebärt.

Die Yoni befindet sich (offensichtlich 😉) im Beckenboden. Dies bedeutet, dass sie unter anderem aus Muskeln besteht und auch von diesen umgeben ist.
So wie wir in anderen Teilen unseres Körpers Verspannungen haben können, können sich diese Verspannungen auch im Beckenboden, also in der Yoni befinden.

Außerdem stehen Verspannungen auch immer in Verbindung mit Emotionen. Emotion im Englischen kann man ganz schön in “Energy in Motion (also Energie in Bewegung)” übersetzen.
Wenn Energie in uns also nicht frei fließen kann, zum Beispiel aufgrund von ungesunden Bewegungs- (oder Nicht- Bewegungs-) mustern, aufgrund von Traumata (seelisch oder physisch), kann das zu Verspannungen im Beckenboden führen.
Ein Beispiel für ein seelisches Trauma in Verbindung mit den weiblichen Sexorganen ist zum Beispiel die größtenteils patriarchische Gesellschaft, die seit langer Zeit hier auf der Erde herrschte.
Das klingt jetzt vielleicht hart, aber Frauen haben ja in vielen Ländern erst im letzten Jahrhundert zunehmend die Rechte bekommen, die Männer hatten. In manchen Ländern sind sie heute noch weit davon entfernt!
Außerdem leben wir in einer sexuell ungesunden Gesellschaft. Frauen laufen oft mit Angst umher, ihren Körper zu zeigen, denn wenn wir unsere schönen Rundungen präsentieren oder zu viel Haut zeigen, laufen wir Gefahr, anderen Mitgliedern der Gesellschaft die Nachricht zu übermitteln, dass sie sich unseren Körper nehmen dürfen um sich daran zu vergnügen.
Die weibliche Sexualität ist oft mit viel nackter Haut, Miniröcken und einem gewissen Hauch von “Billigkeit” versehen. Von unserer angeborenen Sinnlichkeit ist nicht oft etwas zu sehen.
Somit befindet sich die weibliche Sexualität (die männliche auch, aber darüber schreibe ich ein anderes Mal) eher in einem Zustand der Verwirrung, Angst, Unterdrückung und Scham, anstatt ihrer gesunden natürlichen Entfaltung.

Seit ein paar Jahren beschäfte ich mich nun mit diesem Thema und betreibe natürlich auch viel Selbsterforschung.
So bin ich vor etwa zwei Jahren auf Yoni Massagen gestoßen. Eine Frau erzählte mir von ihrer Erfahrung und wie angenehm sie diese fand.
Ich machte mich auf die Suche und begegnete dann auch Menschen, die so eine Massage anbieten.
Es war eine sehr interessante Erfahrung, sich buchstäblich den ganzen Körper massieren zu lassen. Und ja, ich spürte Verspannungen in meinem Beckenboden. Auch Emotionen und Bilder kamen zum Vorschein. Ich spürte, wie sehr ich mir wünschte, eine gesunde, respektvolle, liebevolle und normale Beziehung mit meiner Sexualität und Yoni zu haben und auch, wie sehr ich mir wünschte, einen Freund zu haben, dem ich voll vertraue und mir diese Massage von ihm geben lassen kann.

Dann kam mir ein Yoni Massage Kurs über den Weg. Der war online und ich wollte ihn eher für mich persönlich machen, da ich mir selbst Massagen geben wollte.
Als ich den Kurs dann machte und meinen Freundinnen davon erzählte, waren zwei neugierig und boten mir an, für mich zu modeln.
Ich war total aufgeregt und freudig.

Nach ein paar Monaten des Übens an mir selber und des Erlebens durch meinen Freund (der nun in meinem Leben ist 🥰), war ich bereit, meinen Freundinnen eine solche Massage zu geben.
Beim ersten Mal war ich suuuper aufgeregt. Immerhin ist das sehr neues Gebiet 😁. Doch ich hatte Glück, dass mein erstes Model so lieb und entspannt war, dass sich die Massage sogar ziemlich normal angefühlt hat. Es war das selbe Gefühl beim Geben, wie beim Empfangen, irgendwie total normal und vertraut, der Kopf schaltet sich ab und zu ein und denkt “wooow was machst DU denn da?”
Naja, und meine wichtigste Schlussfolgerung bei der ganzen Sache war, wie schön sich das anfühlt, einer anderen Frau eine Yoni Massage zu geben. Und Yoni Massagen von meinem Freund zu bekommen ist auch eine eine sehr Vertrauen schaffende Verbindung. Es fühlt sich sehr stärkend an und ich bin so dankbar für die Erfahrung dieser tiefen und vertrauensvollen Verbindung, welche so gebraucht wird.

Yoni Massagen müssen nichts mit Sex zu tun habe. Sie sind eher dafür gedacht, der Entspannung zu dienen, können der Frau helfen, mehr Verbindung und Sensibilität in ihrer Vagina zu spüren, was zum Beispiel helfen kann, Menstruationskrämpfe zu mindern. Außerdem ist die Yoni normalerweise entweder Penetration oder “harte Arbeit” bei der Geburt gewohnt. Eine wohltuende Massage hat sich dieser Teil unseres Körpers also durchaus verdient.

Neugierig? Es gibt Bücher, in denen du über Yoni und auch Lingam (das Sanskrit Wort für Penis) Massage lernen kannst: Yoni Massage oder Lingam Massage, beide von Michaela Riedel.

Danke für’s Lesen, ich habe Spaß gehabt beim Schreiben 😃💛
Deine Katja