Menstruation & der Zyklus

Kunst © Helen Claira Burt – mehr davon hier

Immer mehr hören wir über die Wichtigkeit, den weiblichen Zyklus zu respektieren, ihm zu zu hören und Raum für die verschiedenen Prozesse, die wir während unseres Zyklus durchschreiten, machen sollten.

Ich selbst war lange Zeit nicht mit meinem Zyklus verbunden.

Sobald ich meine erste Blutung bekam, huschte ich zur Frauenärztin, um mir die Pille zu holen. Das war damals so cool und so ziemlich jedes Mädchen nahm sie für schönere Haut, vollere Brüste und andere Vorteile.

Sechs Jahre später entschied ich mich, die Pille ab zu setzen, da ich meinen Körper nicht mehr mit Hormonen voll pumpen wollte.

Danach dauerte es dreieinhalb Jahre, bis ich meine Menstruation wieder bekam. Es rührt mich beinahe zu Tränen, dass mein Körper so lange Zeit brauchte, um sein Gleichgewicht wieder zu finden.
Ich möchte hier schon sagen, dass es noch andere mögliche Gründe für das Ausbleiben meiner Menstruation gab.

Doch als ich im Sommer 2016 zum ersten Mal wieder Blut in meiner Hose sah, war ich wahnsinnig dankbar.
Und ich kann sagen, dass ich seitdem immer dankbar war.

Mir fiel seitdem auch viel stärker auf, wie oft und wie viele Frauen ihre Menstruation als nervig und fehl am Platz empfinden.
Das macht mich irgendwie traurig.
Denn während des Zyklus macht unser Körper ganz fantastische Prozesse durch, die uns die Möglichkeit bieten, Leben in uns heranwachsen zu lassen.

Und auch, wenn wir keine Kinder möchten, so ist der Zyklus doch ein Zeichen des “Wunderwerks Körper” und der vielen Vorgänge, die auf kleinster Ebene stattfinden und so viel Kraft in sich tragen.

Ich hatte ebenfalls mehrere Jahre das Glück, sehr schmerzfreie Menstruationen zu erfahren. Ohne die Pille spürte ich jedoch definitiv mehr die Stimmungsschwankungen und die energetischen Veränderungen in meinem Körper.

Dann, plötzlich, im letzten Sommer, hatte ich meine ersten schmerzhaften Tage. So richtig mit nicht mehr Stehen und Denken können und nur noch schreien wollen & können.
Und hier kommt gleich mein erster Punkt: Ich hatte das Bedürfnis, wahnsinnig zu schreien und als ich mich allein daheim auf meinem Zimmerteppich fand und mir den Bauch mit entkrampfenden ätherischen Ölen eingerieben hatte, ließ ich ein paar laute Schreie los. Die hörten und fühlten sich schon sehr nach Urschrei an.
Total beeindruckend: Nach einer halben Stunde stöhnen, schreien, weinen und allen Gefühlen ihren Lauf lassen (+ die ätherischen Öle), waren die Schmerzen fast weg und ich konnte wieder recht normal meinen Alltag bewältigen.

Seit diesem Erlebnis im letzten Sommer hatte ich noch ein paar mehr solcher schmerzhafter Erfahrungen.
Das Interessante war dann, dass ich immer mit meinem Freund daheim war und obwohl wir ein sehr offenes Verhältnis miteinander haben und ich mich in seiner Anwesenheit doch vieles “traue”, war ich nicht ganz ungehemmt im Schreie & Stöhnen rauslassen, obwohl ich spürte, dass diese aus mir herauswollten.
Mein Freund war dann so lieb, seine Oma nach einem Hausmittel zu fragen. Sie empfahl ein Glas Salzwasser. Das half wieder.

Ich hatte ein paar weitere Monate Zeit, um mich mit diesen Schmerzen auseinander zu setzen und ich hatte immer das Glück, daheim sein zu können und dem Schmerz zuzuhören, ohne ihn mit Schmerztabletten unterdrücken zu müssen.

Eine weitere Erkenntnis die ich dabei hatte:
Wir sind teilweise so darauf konditioniert, dass unsere Menstruation etwas Nerviges und Unerwünschtes und Ekliges ist, dass wir sie innerlich ablehnen…und den Schmerz, der damit kommt natürlich dann erst recht.

Ich forschte also ein Bisschen nach und fand heraus, dass meine Symptome (auch die während des restlichen Zyklus) auf ein hormonelles Ungleichgewicht hinwiesen. Desweiteren las ich in einem Blog, dass so starke Schmerzen von einer inneren Ablehnung des Frau seins herrühren können.

Ich nehme nun also ein Superfood – Maca – das soll helfen, den Hormonhaushalt in Balance zu bringen. Und Mönchspfeffer, der hilft, den Progesteronspiegel wieder in’s Gleichgewicht zu bringen. Auch meine Ernährung habe ich wieder auf mehr pflanzenbasiert umgestellt.

Desweiteren habe ich gemerkt, wie schmerzhaft es war, selbst die Menstruationstasse während den Krämpfen einzuführen und wie unnatürlich sich das anfühlte.
Denn die Energie der Menstruation ist “raus” und “nach unten”, da hatte ich dann auch auf einmal das Gefühl, dass irgendetwas “hoch” zu schieben sich auch nicht so gut anfühlte.
Ich hörte auch zunehmend von anderen Frauen, die mit Begeisterung die Periodenunterwäsche verwendeten.
Ein Bisschen Ekel hatte ich davor schon, doch das Ekelgefühl vor dem eigenen Blut ist etwas, was wir gelernt haben von einer Gesellschaft, die den weiblichen Zyklus als nervig und eklig betrachtet… Dieses Denken kann also auch wieder verlernt werden. Und irgendwie ist das doch verrückt, dieses Blut ist etwas, was ein Teil von uns ist und ein Bisschen absurd ist es ja schon, etwas eklig zu finden, was Teil von einem selbst ist.

Ich verwende also seit zwei Monaten die Periodenunterwäsche von Femtis und bin soo zufrieden damit. Sie fängt wirklich alles auf. Ich habe Femtis entdeckt, als ich auf der Suche nach Periodenunterwäsche in Deutschland war. Sie haben eine schöne Auswahl und produzieren mit sozialem Engagement. Falls du neugierig bist, schau sie dir hier an ❤

Außerdem habe ich mich im letzten Jahr zunehmend mit meinem Blut auseinandergesetzt und mich informiert…Es gibt und gab einheimische Stämme auf unserer Erde, die die weibliche Menstruation und den Zyklus respektieren…unser Menstruationsblut ist mit Stammzellen angereichert und kann deshalb sogar gesund sein…Da ich die Menstruationstasse verwendete, konnte ich das aufgefangene Blut also verwenden um damit zu experimentieren. Wenn es dich interessiert kannst du ja mal Nachforschung betreiben und sehen, was man mit dem Blut so anstellen kann 😉 Ich höre gerne, was du so herausfindest 🙂

Jaaaa, und wie ich mich so zunehmend mit meinem Zyklus und meiner Menstruation auseinandersetze, lernte ich auch, dass die starken Schmerzen ein Ruf meines Körpers sind, ihm mehr Beachtung zu schenken, mehr auf ihn zu hören…was braucht er? Welche Nahrung?…wie möchte er behandelt, gefüttert, bewegt und wahrgenommen werden? Habe ich Respekt, Liebe und Zuneigung für meinen Körper oder schäme ich mich für ihn und finde ihn nervig?
Also mal ein Perspektivenwechsel: Stell dir vor, du bist dein Körper 😉😁 und dir sagt ständig jemand “du nervst, du bist zu dick, zu dünn, zu schmerzhaft, zu unsportlich, zu dies, zu das…” oder vielleicht redest du ja gar nicht mit deinem Körper und er ist dir einfach nur egal… Wenn du also dein Körper wärst (*zwinker zwinker* 😁), würdest du dich so geliebt fühlen? Ich würde wahrscheinlich Heulkrämpfe kriegen, wenn mich jemand nicht mag oder einfach ignoriert…
Ja, da liegt es dann schon nahe, warum der Körper sich so laut meldet…und ich habe auch das in Betracht gezogen und die letzten Wochen meine Verbindung zu meiner Gebärmutter aufgebaut. Ich nehme mir regelmäßig ein paar Atemzüge Zeit und sende Licht und gute Intentionen in meinen Unterleib. Signalisiere meiner Gebärmutter, dass ich eine Freundschaft möchte und zuhöre, was es dafür braucht…

In meiner letzten Festanstellung hatte ich das Glück, dass meine Arbeitgeber mich und meine Kolleginnen nach Hause gehen ließen, wenn unsere Menstruationsbeschwerden das Arbeiten schwer machten.

Ich wünsche mir so sehr, dass wir in einer Welt leben, in der Frauen sich selbst den Raum geben können und ihnen dieser auch von ihrer Umwelt gegeben wird, ihren Schmerz zu spüren und zu zu lassen. Denn meiner Erfahrung nach ist dieser Schmerz da um uns etwas zu sagen und er bleibt so lange, bis wir ihm wirklich und wahrlich zuhören ✨❤

Hui, das ist der längste Blog, den ich glaube ich geschrieben habe und wenn du bis zum Ende gelesen hast, dann danke ich dir! Ich freue mich, von dir zu hören!
Wie ging es dir beim Lesen? Was möchtest du hier noch gerne lesen?

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