Warum ich mich entschieden habe, Coachin für Sexualität zu werden?

Ich möchte dir hier anhand Teilen meiner eigenen Geschichte und Erfahrung erklären, warum diese Arbeit für mich so wichtig geworden ist.

Ich habe bereits als junge Teenagerin die BRAVO Zeitschriften meiner großen Schwester gemopst und gerne Dr. Sommer gelesen. Da gab es allerlei Begriffe, die mir unbekannt waren, somit lief ich einige Male zu meiner Mutter und fragte. ” Mama, was ist Petting? Was bedeutet Masturbation? Wie sieht ein Kondom in echt aus?” Und so weiter. Ich hatte Glück, denn meine Mutter beantwortete alle meine Fragen ohne mich zurück zu weisen. Danke Mam 💛

Dennoch war Sexualität für mich ein Rätsel. Ich erinnere mich, wie ich eines Tages auf der Mädchentoilette einer Freundin erzählte, dass ich mich selbst befriedige und wie diese Aussage mit einem komischen Gefühl und nicht sehr viel mehr Beachtung aufgenommen wurde. Zum ersten Mal hatte ich da das Gefühl, etwas Seltsames, gar Ekliges zu machen.
Die Medien und das Umfeld – vor Allem Schule, gaben die seltsamsten Botschaften von sich. Sexy ist klapperdürr. Sexy ist, eine komische Fresse zu ziehen. Sexy ist, sich von Nichts und Niemandem irgendwas anmerken zu lassen. Sexy ist, Sex ständig zu wollen, aber keine Schlampe zu sein. Sexy ist, einen 90-60-90 Körper zu haben. Sexy ist, genau zu wissen, wie man den Mann um den Finger wickelt. Sexy bedeutet irgendwie auch, sich von jedem Mann erobern zu lassen, der mich geil findet. Sexy bedeutet, bereit zu sein – in der Besenkammer, der Toilette, dem Blümchenbett, egal wo – und dabei geil aus zu sehen und Orgasmen zu haben, die jedes Mal einfach nur spektakulär sind.

Sex im Sexualkundeunterricht war peinlich, beschämend und “außer Kontrolle”, mit kichernden Teenagern, die auf Schule eher wenig Bock hatten und sich einfach nur über Kondome, die Worte “Penis” “Vagina” und den / die Lehrer/in da vorne lustig machen wollten.

Wie Sex eigentlich funktioniert, hatte ich bis dahin immer noch nicht gelernt. Ich wusste nur “Steig nicht be Fremden in’s Auto ein” “Zieh dich nicht zu freizügig an” “Warte auf den Richtigen” Aber irgendwie haben’s auf einmal doch alle getrieben und ich will ja auch wissen, wie das so ist, und cool sein.

So ging meine Reise weiter mit der Sexualität. Ich suchte in Sex nach Anerkennung, nach Selbstbewusstsein, nach tieferem Verständnis meiner selbst, nach mehr Weisheit, nach Zuneigung, nach mehr sexueller Erfahrung und Expertise.

Und was ich fand war Verwirrung, Ekel und Überforderung. Welcher Mann war hier der Richtige? Geht es mit Männern eigentlich noch um überhaupt irgendetwas anderes als um Sex??? Was will ich eigentlich? Und WER bin ich? Ich wollte doch meinen Traummann finden und für immer erfüllenden Sex haben…?

Nach so einigen chaotischen Erfahrungen traf ich die Entscheidung: Ich bin raus aus der Sex Welt mit Männern. Macht weiter – ohne mich!

Ich ging in’s Zölibat (wenn du das so nennen magst) und versprach mir selbst, keine oberflächlichen sexuellen Erfahrungen mehr zu haben, mich nicht mehr zu irgendetwas hinreißen zu lassen, was sich nur so lala anfühlte und einen bitteren Nachgeschmack hatte.

Und so stieß ich auf tantrische Sexualität. Auf bewusste Sexualität. Auf meine derzeitige Lehrerin Layla Martin. Ich lernte, dass, um guten Sex und eine gesunde Sexualität zu erfahren, die sexuelle Beziehung zu mir selbst das Fundament ist.
Wie ich mich selbst behandle, wie ich mich selbst liebe, wie ich mich selbst anfasse, ist ausschlaggebend dafür, wie andere Menschen mich anfassen, behandeln und wahrnehmen.

Ich lernte, dass jede Frau interne Orgasmen und mutlitple Orgasmen haben kann – nicht nur die paar Prozent, die uns von manchen Forschungsergebnissen erzählt werden. Unser Beckenboden – und damit unsere Vagina – ist mit Nerven versehen. In den verschiedensten Ecken und Enden. Und diese Nervenenden können trainiert, stimuliert und sensibilisiert werden. Es ist ein Training, wie Muskeltraining, mit dem wir unsere Nerven stimulieren und sensibilisieren.

Ich lernte, dass ich mich auf andere Arten und Weisen selbst befriedigen kann als die, die ich bisher nutzte.

Ich lernte, dass ich mich selbst sinnlich und liebevoll in den Arm nehmen und streicheln kann. Auch ohne Mann / Partner / Freund.

Ich lernte die Kraft der Atmung und bewussten Energielenkung. Die Kraft des Yoni Ei’s und gezielte Übungen mit ihm.

Und so heilte ich meine Beziehung zu mir selbst, zu Sexualität, zu Männern…ich heile immer noch. Manchmal sind es Erfahrungen aus diesem Leben, manchmal Generationserfahrungen, Erfahrungen, die ich tief in meinen Zellen, meiner DNA spüre.

Es ist eine Arbeit, die so wertvoll ist.
Ich kam zu dieser Arbeit, nachdem ich mich jahrelang verloren, unsicher und eingeschüchtert fühlte.

Ich mache diese Arbeit, weil ich nun glaube, dass unsere Beziehung zu Sex und Sexualität ausschlaggebend dafür ist, wie wir uns auf das Leben beziehen.

Sexualität ist Leben. Wir sind aus sexueller Energie entstanden. Wir sind Sex. Wir sind Teil eines einzigen kosmischen Orgasmus. Denn Kreation ist kreative Energie. Und kreative Energie ist sexuelle Energie – Ja das ist meine derzeitige Perspektive 🤓💫

Und somit bedeutet Sexualität nicht nur Sex – der sexuelle Akt – sondern die Art und Weise, wie wir leben, wir wir uns selbst und das Leben annehmen.

Wir wir uns auf all die Aspekte, die uns selbst – und unsere Welt – ausmachen, beziehen. ⭐

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